WORDS . LOVE . ME


Nothing to Envy
November 7, 2010, 2:35 pm
Filed under: Read, Watch

Nordkorea fasziniert mich schon lange – spätestens seit meinem Korea Aufenthalt 2007 habe ich mir so ziemlich jeden Dokumentarfilm über dieses Land angesehen, Bücher verschlungen und Internetseiten durchforstet – mit dem Resultat, dass alles für mich noch ein viel größeres Fragezeichen geworden ist als zuvor. Besonders viel Material gibt es über dieses Land nicht – das Regime schafft es, Nordkorea großteils komplett von der Außenwelt abzukapseln. So kommt es, dass niemand genau weiß, wie es dort aussieht bzw. wie es der Bevölkerung ergeht.

Den wenigen internationalen Besuchern die Nordkorea zu Gesicht bekommen wird die Scheinwelt von Pyöngjang vorgesetzt – diese hat jedoch nichts mit der Realität im Land zu tun hat. Arbeitslager, Hungersnot und absolute Kontrolle und Unterdrückung des Regimes stehen an der Tagesordnung. Auch nach der großen Hungersnot der 90er, die auf Kim Il Sung’s Tod 1994 folgte und geschätzten 3 Millionen Nordkoreanern das Leben kostete (12% der Bevölkerung), hat sich im Land nicht viel gebessert – im Gegenteil. Die Wirtschaft steht still, die Regierung versucht mit verzweifelten Propagandakampagnen die Era Kim Il Sung’s aufrechtzuerhalten und unterdrückt ihre Einwohner mehr als je zuvor.

Mehr und mehr Nordkoreaner realisieren langsam aber sicher, dass das Regime ein Schwindel ist, spielen aber weiterhin nach den Regeln. Rebelliert man gegen das Regime hat das nicht nur schlimme Auswirkungen auf sein eigenes Leben, sondern auch auf das der restlichen Familienmitglieder. Aufstand in Nordkorea selbst kommt also nicht in Frage – der einzige Ausweg ist die Flucht über die nördliche Grenze nach China. Von dort aus fliehen die meisten weiter in die Mongolei, lassen sich dort festnehmen und werden anschließend automatisch nach Südkorea weitergeleitet, wo sie nach dortigem Gesetz aufgenommen werden müssen. Ein einmonatliches “Aufnahmeprogramm” soll den Flüchtlingen helfen, sich besser an die “westliche” Welt gewöhnen zu können. Immerhin ist das eine neue Welt für Nordkoreaner – die meisten von ihnen haben noch nie in ihrem Leben ein Telefon benutzt, wissen nicht was das Internet ist und finden sich in einer nie schlafenden Millionenmetropole wie Seoul nur sehr schwer zurecht.

Diese Flüchtlinge sind die einzigen Menschen die uns schildern können, wie es in Nordkorea wirklich aussieht. Das neueste Buch “Nothing to Envy” von Barbara Demick gibt einen unglaublichen Eindruck in das Leben von sechs Nordkoreanern, die nach Südkorea geflohen sind um dort ein neues Leben zu beginnen. Im hektischen, nie schlafenden Seoul erzählen sie von ihrem Alltagsleben abseits der breiten Boulevards von Pjöngjang, mitten im wahren Nordkorea – wo es nur einmal pro Woche fließendes Wasser und Strom gibt; wo das Essen so rar ist, dass Menschen der Reihe nach wegen Unterernährung sterben; wo man eine Genehmigung braucht, um in das nächste Dorf zu fahren; wo jeder jeden ausspioniert und auflaufen lässt, nur um dann selbst besser dazustehen und bei den Offizieren Bonuspunkte zu sammeln; wo die Angst regiert und niemand einander trauen kann; wo ein durchschnittlicher Monatslohn bei 40 Dollar liegt, Löhne aber schon seit 1994 nicht mehr ausbezahlt wurden…

… und wo Kim Jeong Il im Schnitt jährlich schlappe 8000 Dollar für seine Whisky Sammlung liegen lässt.

Ich könnte stundenlang darüber schreiben und reden und diskutieren und nachdenken. Wer sich also dafür interessiert – schaut euch die folgende Sammlung an Büchern und Filmen durch. Ansonsten meldet euch bei mir – ich freue mich auf jeden Austausch.

Bücher:

Nothing to Envy (Barbara Demick): Sechst Flüchtlinge erzählen über ihr Alltagsleben in Nordkorea, über ihre Flucht und ihre jetzige Sicht auf ihr Heimatland.

Pyongjang – a journey to North Korea (Guy Delisle): Komikband im Stil von “Persepolis”

Under the Loving Care of the Fatherly Leader (Bradley K. Martin): Ein Buch das sich auf die Jahre nach dem Koreakrieg spezialisiert und versucht zusammenzufassen, wie die Juche Idee und der Kult um Kim Il Sung entstanden ist.

The Aquariums of Pyongyang: Ten Years in the North Korean Gulag (Kang Chol-Hwang): Hwang erzählt die Geschichte seiner Familie, die in den 1960er Jahren von Japan nach Nordkorea zurückkehrte und in den ersten Jahren ein relativ gutes Leben führen konnte. Aufgrund politischer Verfolgungen verbrachte er 10 Jahre in einem Arbeitslager, welche in diesem Buch beschrieben werden.

Filme:

“A State of Mind”

Welcome to North Korea

Zuhause wartet der Tod

National Geographic “Inside North Korea”



Mein Moleskine ist wieder schwarz
July 3, 2009, 10:37 am
Filed under: Read, Think

28. März 2008 bis 03. Juli 2009

Das ist der Zeitraum meines Lebens, der in meinem zerflederten, alten, schwarzen Moleskine festgehalten ist. Eine Ansammlung von Zitaten, Gedanken, Liedtexten, Paragraphen aus irgendwelchen Büchern… einfach alles, was mich in irgendeiner Weise inspiriert und berührt hat.
Aber es ist nicht vorwiegend das entscheidend, was darin in Worten oder Zeichnungen festgehalten ist, sondern das, was unausgesprochen zwischen den Zeilen steht. Dort findet man nämlich jene Lebensgeschichten, die nicht nach Außen gelangen müssen, die einfach nur dort zwischen den Seiten sitzen und still und leise mit mir kommunizieren, sobald ich dieses kleine Buch in die Hand nehme.
Jetzt ist es vollgeschrieben und fällt auseinander – es war ja auch überall dabei, hat sich in den Tiefen meiner Damentaschen vergraben und mich kommentarlos in jeder Lebenssituation begleitet.

Mein neues Moleskine ist wieder schwarz, mit weichem Ledercover. Die leeren Seiten warten nur darauf, mit Leben gefüllt zu werden. Das alte Exemplar ist zum Nachlesen in der Nemec’schen Bücherei erhätlich.

P.S. Das “empty” ist so empty, dass es sogar ohne “p” auskommen muss…



Read :: Die Korrekturen – Jonathan Franzen
April 25, 2009, 9:16 pm
Filed under: Read



Read :: Der Schatten des Windes – Carlos Ruiz Zafón
April 23, 2009, 3:17 pm
Filed under: Read

“Besonderheiten der Kindheit ist, dass man etwas nicht zu begreifen braucht, um es zu spüren. Ist dann der Verstand schließlich in der Lage, das Geschehene zu verstehen, so sind die Wunden im Herzen schon zu tief.”



Read :: Shantaram – David G. Roberts
January 28, 2009, 3:10 pm
Filed under: Read

“Sooner or later, fate puts us together with all the people, one by one, who show us what we could, and shouldn’t, let ourselves become.”



Read :: On the Road – Jack Kerouac
January 12, 2009, 2:36 pm
Filed under: Read

“I woke up as the sun was reddening; and that was the one distinct time in my life, the strangest moment of all, when I didn’t know who I was — I was far away from home, haunted and tired with travel, in a cheap hotel room I’d never seen, hearing the hiss of steam outside, and the creak of the old wood of the hotel, and footsteps upstairs, and all the sad sounds, and I looked at the cracked high ceiling and really didn’t know who I was for about fifteen strange seconds.”



Read :: When I was 5 I killed myself – Howard Buton
December 20, 2008, 3:12 pm
Filed under: Read



Read :: Siddartha – Hermann Hesse
October 15, 2008, 2:31 pm
Filed under: Read

“The river is everywhere at the same time, at the source and at the mouth…in the ocean and in the mountains, everywhere, and that the present only exists for it, not the shadow of the past, nor the shadow of the future…Siddhartha the boy, Siddhartha the mature man and Siddhartha the old man are only separated by shadows, not through reality…Nothing was, nothing will be, everything has reality and presence.”



Read :: House of Leaves – Mark Denielewski
October 15, 2008, 11:17 am
Filed under: Read

Reading this is an experience. You will get sucked into this house the minute that you open this book.



Read :: J.S. Foer – Extremely Loud And Incredibly Close
April 14, 2008, 5:10 pm
Filed under: Read

“I spent my entire life learning to feel less. Everyday I felt less. Is that growing old? Or is it something worse? You cannot protect yourself from sadness without protecting yourself from happiness.”



Read :: Haruki Murakami – Hard Boiled Wonderland And The End Of The World
April 8, 2008, 6:48 am
Filed under: Read

“Der alte Mann sah mich eine Weile an. Dann nahm er eine Büroklammer, bog sie gerade und pickte damit eine Zeit lang an der Nagelhaut des linken Zeigefingers herum. Als er fertig war, warf er die geradegebogene Büroklammer in den Aschenbescher. Ich überlegte mir, dass ich, falls ich je wiedergeboren werden sollte, jedenfalls keine Büroklammer werden wollte.”



Watch/Read :: The Diving Bell And The Butterfly
April 7, 2008, 8:08 am
Filed under: Read, Watch

“Does the cosmos contain keys for opening up my diving bell? A subway line with no terminus? A currency strong enough to buy my freedom back? We must keep looking. I’ll be off now.”



Read :: Sean Paul Sartre – Les Jeux Sont Fait (The Game Is Up)
April 1, 2008, 4:16 pm
Filed under: Read

“Man can will nothing unless he has first understood that he must count on no one but himself; that he is alone, abandoned on earth in the midst of his infinite responsibilities, without help, with no other aim than the one he sets himself, with no other destiny than the one he forges for himself on this earth.”



Read :: Mark Haddon – The Curious Incident Of The Dog In The Night-time
March 16, 2008, 11:09 am
Filed under: Read

 See the world through autistic eyes…

“Prime numbers are what is left when you have taken all the patterns away. I think prime numbers are like life. They are very logical but you could never work out the rules, even if you spent all your time thinking about them.”



Read :: Steven Chbosky – The Perks Of Being A Wallflower
March 13, 2008, 7:06 pm
Filed under: Read

“Do you always think this much, Charlie?”
“Is that bad?”
“Not necessarily. It’s just that sometimes people use thought to not participate in life.”
“Is that bad?”
“Yes.”




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