WORDS . LOVE . ME


The Dead Sea
June 26, 2010, 9:02 am
Filed under: Jordan

Floating in the Dead Sea, covered in black mud that is supposed to be good for your skin!



Mind-blowing Petra
June 25, 2010, 7:38 pm
Filed under: Jordan

Ich habe schon viele beeindruckende Sachen auf dieser schönen Welt gesehen. Doch Petra hat alles übertroffen. Unglaublich.



Everyone speaks football
June 18, 2010, 2:00 pm
Filed under: Jordan

Ich sitze in einer kleinen Schneiderei in Karak, einer kleinen Stadt ca. 2h suedlich von Amman. Rechts neben mir sitzt Trak, Schneidermeister Junior, an der Naehmaschine und flickt kaputte Jeans. Links neben mir sitzt sein Vater und schenkt mir Minzetee nach, sobald meine Tasse leer ist. Eine Wasserpfeiffe rotiert zwischen uns, mit Apfelgeschmack. Unsere Blicke sind auf den Fernseher gerichtet, der schraeg gegenueber von uns von der Decke baumelt. Wir koennen uns nur schwer unterhalten, niemand spricht Englisch, mein Arabisch ist nicht existent. Deswegen wird jene Sprache gesprochen, die jeder auf der Welt versteht: Fussball. Auch vor Jordanien macht das Grossspektakel Fussball-WM nicht halt – jeder Fernseher zeigt die Spiele live und davor sammeln sich begeisterte Fussballfans. Gleich wie in Oesterreich hat es auch die jordanische Mannschaft nicht in die WM geschafft. Trat’s Favorit ist Frankreich. Sein Vater wettet auf Deutschland. Ich tippe auf Argentinien.

Waehrend des Spiels Nigeria-Griechenland gehen Kunden im Geschaeft ein und aus, holen fertig genaehte Kleidung ab oder bringen kaputte Schuhe zur Reperatur vorbei. Trat werkelt ununterbrochen an seiner Naehmaschine, ohne den Blick vom Fernseher zu nehmen. Fuer eine Burka braucht er eine Stunde, sagt er. Der Nachbar kommt vorbei, er spricht ein bisschen English und erzaehlt mir von seiner Familie. Als ich ihm sage, dass ich aus Oesterreich bin, grinst er ueber beide Ohren und erzaehlt, dass sein Cousin eine Oesterreicherin geheiratet hat. “Her name is Elisabeth, but we call her Sissy.”, sagt er. Die Welt ist klein.

Ich bekomme ein Stueck Baklava, das nur so vor Honig trieft. Ob ich zum Essen bleiben will, fragt der Nachbar. Ich ueberlege kurz, Skepsis macht sich breit, es koennte ja sein, dass das schon der erste Schritt Richtung Verlobung ist? Der Nachbar bemerkt meine Sorge und laechelt: “Don’t worry, we are only nice to nice people.”
Ich bleibe zum Essen. Es gibt koestliches Huhn mit Hummus und Baba Ganoush. Ich bleibe bis zum naechsten Spiel. Auch das schaue ich mir noch an. Als ich zu Fuss zurueck ins Hostel will, widerspricht der Nachbar. Ich soll doch nicht alleine im Dunkeln gehen, er wuerde mich begleiten. Und genau das macht er. Wir verabschieden uns vor meinem Hostel und zum Abschied sagt er: “I will tell Sissy about you.”, grinst, dreht sich um und geht zurueck Richtung Schneiderei.



Holy Spirits
June 16, 2010, 5:55 pm
Filed under: Jordan

Heute werde ich zum ersten Mal Zeuge eines Autounfalls hier in Amman. Ich hab mich schon gefragt wie lange es dauern wuerde… frueher oder spaeter musste es ja passieren, so wie hier Autos gefahren werden! In einer kleinen Seitenstrasse um die Ecke meines Hostels krachen 2 Autos zusammen (Vorrangregeln gibt es hier soweit ich das beurteilen kann naemlich nicht). Ich bleibe stehen um mir die Szene anzuschauen, die sich hier zusammenbraut. Aber was ich zusehen bekomme, habe ich nun wirklich nicht erwartet: Die beiden Fahrer steigen aus, schuetteln sich die Haende und lachen sich freundlich an. Keine veraergerten Gesichter. Keine Beschimpfungen. Die Polizei kommt, die Sache wird geregelt, und weiter gehts. Irgendwie cool.

Der heutige Tag fuehrt mich in den Sueden, zuallererst nach Madaba, eine kleine Stadt suedlich von Amman. Sie ist vorallem fuer die “Map of Madaba” bekannt, ein Mosaik in der St. George Kirche im Zentrum der Stadt. Auf der Karte wurde ein Gebiet vom Libanon bis zum Nildelta in Aegypten dargestellt. Die Entstehung der Karte wurde auf den Zeitraum um 550 nach Christus eingegrenzt. Das Bodenmosaik ist sehr gut erhalten und ich kann mich sogar noch an ein Referat ueber genau dieses Mosaik in einem der Kunstgeschichte-Kurse erinnern. Und jetzt stehe ich davor und sehe es mit eigenen Augen, unglaublich.

Von Madaba aus geht es weiter auf den Mt. Nebo, ein 817m hoher Huegel, der eine Aussicht auf das Jordantal, das Tote Meer und nach Isreal bietet. Der Ueberlieferung nach ist der Berg Nebo jener Berg, von dem aus Mose das heilige Land sehen durfte, aber sterben musste, ohne es selbst zu betreten. Wieder so ein geschichtstraechtiger Ort, an dem ich sein darf.

Von Mt. Nebo aus geht eine direkte Strasse in das Jordantal hinunter. Ganze 800 Hoehenmeter legt man innerhalb kuerzester Zeit zurueck bis man die Anfaenge des Tals erreicht, in der Ferne blinzelt einem das Tote Meer entgegen. Auf halbem Weg dorthin lasse ich mir ein weiteres Highlight nicht entgehen – jene Stelle am Jordan, an der Jesus getauft wurde. Vom Fluss Jordan ist nicht mehr uebrig als ein 4m breiter Wasserkanal. Er bildet die natuerliche Grenze zu Israel, wenn man also frech waere koennte man rueberschwimmen. Ich versuche mein Glueck nicht, sondern geh nur knietief ins Wasser. Aber immerhin.

Als letzte Station des Tages mache ich mich zum ersten Mal auf zum Toten Meer. Ich befinde mich 380 Meter unter dem Meeresspiegel, mitten in der Wueste, die Hitze brennt mir ins Gesicht. Ich springe in die Fluten, oder besser gesagt versuche es, aber da war doch diese Geschichte mit dem hohen Salzgehalt… vergebliche Schwimmversuche, bis ich den Dreh raus hab und mich treiben lasse. Man muss wirklich gar nichts tun – das Wasser treibt einen und bringt einen immer wieder automatisch in seine Ausgangsposition zurueck. Ich halte es nur 15 Minuten im Wasser aus – alles faengt an zu jucken und zu beissen und ich bekommen versehentlich eine Ladung Salzwasser ins Gesicht – nicht so angenehm fuer meine Geschmacksnerven. Trotzdem – eine sehr geniale Erfahrung!



Half as old as time
June 15, 2010, 6:04 pm
Filed under: Jordan

Welcome to a country that is half as old as time. Dieser Satz steht auf einem Jordanien-Plakat, das in meinem Hostel hier in Amman haengt. Ziemlich passend, wie ich nach dem heutigen Tag finde.
Dieser fuert mich in den Norden Jordaniens, bis hinauf zur syrischen Grenze. Meine erste Station ist Umm Quais, direkt an der Grenze zu Syrien. Von dort aus hat man unglaubliches Panorama auf das Nachbarland, hin und wieder kann man sogar einen Blick auf den See Genezareth erhaschen. Ein komisches Gefuehl – der See Genezareth - so ein bekannter Name aus der Bibel und jetzt stehe ich einfach davor. Unglaublich.

Von Umm Quais aus geht die Reise weiter nach Ajloun – eine von Saladin errichtete Burg in der Naehe von Irbid, der zweitgroessten Stadt Jordaniens. Die Burg wurde 1184 als erste einer Kette von Festungen erbaut und ueberblickt die fruchtbaren Huegel von Galilee. Ich befinde mich im gruensten Teil Jordaniens – das Land besteht sonst aus 80% Wueste. Der Grossteil der Landwirtschaft spielt sich hier im Norden ab. Ueberall am Strassenrand befinden sich Maerkte voll mit Gemuese und Obst… natuerlich komme ich da nicht vorbei, ohne mich mit Obst einzudecken und ich glaube ich habe noch nie so eine gute Wassermelone gegessen.

Mein letzter und gleichzeitig auch bester Stop des Tages ist Jerash (Gerasa), eine antike Stadt und Teil der Dekapolis. Die Stadt erlebte unter roemischer Herrschaft einen schnellen Aufstieg und war aufgrund ihrer guten Lage und der fruchtbaren Umgebung lange Zeit eine wichtige Handelsstadt. Beim Durchgehen kann man nur erahnen, welche Dimensionen diese Stadt fruer gehabt haben muss. Von einem praechtigen Nymphaeum bis hin zum grossen, ovalen Marktplatz sind alle Teile der Stadt gut erhalten. Unglaublich, dass die Zeit manchen Dingen nichts anhaben kann.



Meet my friend Hassan
June 14, 2010, 5:09 pm
Filed under: Jordan

Auf meinem Weg hinauf zum Wahrzeichen Ammans, dem Citadel (Jabal al-Qal’a), begegne ich Hassan beim Drachenfliegen. Er und sein Bruder Mohammed verbringen die meisten ihrer Nachmittage so, begleitet von anderen Freunden. Sie fliegen alle unterschiedlichste Drachen und scheinen die verschiedenen Flugtechniken perfekt zu beherrschen. Hassan drueckt mir seinen Drachen in die Hand – er ist blau-rot-weiss gestreift und hat eine Holzspule, die nun in meinen Haenden liegt und mich den Zug der Schnur spueren laesst. Hassan macht mir vor, wie es funktioniert. Ich spule. Ich ziehe. Ich spule wieder. Ich gebe mehr Seil. Ich ziehe das Seil wieder ein. Ein Windstoss kommt, ich gebe mehr Seil. Ueber mir schmiegt sich der Drache den Bewegungen des Windes an. Hassan laechelt. Mir kommt alles vor wie aus einer Szene des Films The Kiterunner. Ich gebe Hassan seine Spule wieder und mache mich auf den Weg zurueck in die Stadt. Wahrscheinlich stehen die beiden Brueder jetzt immer noch neben dem Citadel und blicken mit funkelnden Augen zu ihren Drachen hinauf.

Mein erster Tag in Amman neigt sich dem Ende zu. Die Stadt ist…

… eine Herausforderung fuer jeden, der sich im Strassenverkehr bewegt. Das uebertrifft ja schon fast Asien-Verhaeltnisse! Kleiner Tipp fuer Fussgaenger: Beim Strasse-Ueberqueren einfach drauf loslaufen, sie werden schon irgendwie stehenbleiben. Wenn man es nicht versucht, steht man naemlich sonst ganze 15 Minuten da und wird es nicht schaffen, auf die andere Seite zu kommen (ich spreche aus Erfahrung). Also – einfach drauf loslaufen.

… voll von Maennern. Es ist unglaublich, wie wenige Frauen hier auf der Strasse zu sehen sind. Dementsprechend bin ich auch aufgefallen, vorallem ohne Kopftuch (ich habs einfach nicht damit ausgehalten – viel zu heiss…) und insbesondere weil ich alleine bin. Das fuehrt zu staendigem Hupen von allen Seiten, sobald ein Auto an mir vorbeifaehrt. Blicke bohren sich ueberall in meinen Ruecken. Einer beschiesst mich mit einem Plastikdeckel, als ich beim Essen in einem irakischen Restaurant sitze. Viele sprechen mich an, wo meine Begleitung sei, ob ich alleine reise. Ich reise alleine, sage ich. Entsetzte Gesichter. Ich bin, wenn ich es mit anderen Reisen vergleiche, relativ angespannt wenn ich hier durch die Strassen gehe.

… unglaublich schwer, sich darin zurecht zu finden. Strassennamen werden meistens nicht angeschrieben, man weiss also selten wo man gerade umgeht. Strassenkarten bringen einem nicht viel, man muss sich auf seinen Orientierungssinn verlassen.

… beschert mir schon am ersten Tag einen Muskelkater. Amman ist zwischen 20 Huegeln erbaut, kleine steile Gassen fuehren auf und ab, nichts ist anstrengender als das in dieser Hitze!

… hat insgesamt wohl mehr Baeume als die Stadt Innsbruck. Und das, obwohl sie in der Wueste liegt. Das sollte uns doch zu denken geben, oder?

… gibt mir nach dem Stress der letzten Wochen endlich wieder die Zeit, mich nicht beeilen zu muessen. Es fuehlt sich gut an.




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