WORDS . LOVE . ME


Guilin to Yangshuo
July 28, 2009, 6:14 am
Filed under: China

Also als erstes muss ich euch einmal gratulieren, dass ihr so treue Seelen seid. Sensationelle 124 Zugriffe auf den Blog gestern, das ist bis jetzt absoluter Rekord. Dann wissen wir wenigstens, dass wir nicht umsonst schreiben!

Eigentlich wollte Stefan fuer diesen Blogeintrag einen Haiku schreiben, aber irgendwie weigert er sich im Moment, deswegen muesst ihr mit mir Vorlieb nehmen. Da ich das Fotografieren jedoch um einiges besser beherrsche, als das Schreiben, werde ich nicht viel erzaehlen und mehr die Bilder fuer sich sprechen lassen.

Kurze Zusammenfassung: Von Guilin aus sind wir mit dem Bamboo Raft nach Yangshouo durch wunderschoene, ja nahezu unwirkliche Landschaft gefahren… Yangshouo ist dann die Endstation, ein kleines aber feines chinesisches Staedtchen, das mehr einer internationalen Backpacker-Ansammlung gleicht. Abends stuerzen wir uns noch in die Massen und trinken leckere Mojitos und Tequila Sunrises… keine Spur mehr vom Reisschnaps mit Schlange drin, den Stefan am Vortag in Guilin ausprobiert hat. Prost!



Nanchang City Limits
July 27, 2009, 12:49 pm
Filed under: China

First of all, to start in English: Thank you a million times Peter, for saving our souls in Nanchang!
Nanchang: Mitten in China, mit 2,8 Millionen und leerstehenden Neubauten fuer die naechste Million eher eine mittelgrosse chinesische Stadt…
Von den 2,8 Millionen dann zwei Westliche, also wir, der Rest mit einer Ausnahme von Peter nicht des Englischen maechtig, und unser Chinesisch ist ja nachwievor beschraenkt.
So dauert es mal flux eine halbe Ewigkeit bis wir rausfinden wie und wo wir nach Guilin kommen und ein Hotel gefunden haben. Dass es ueberhaupt funktioniert hat, liegt nur an Peter, dem freundlichsten aller Chinesen, der uns am Busbahnhof aufgelesen und heldenhaft geschlagene 3 Stunden mit Bus/Bahn/Hotelbediensteten verhandelt hat. Tausend Dank!

Es folgen 12 Stunden im Sleeping Bus nach Guilin, der Karst im Sueden China hat uns. Angekommen hat man gleich das Gefuehl in Suedostasien zu sein; im Norden der Provinz befinden sich die Longshen Dragon’s Backbone Rice Terraces, die wir gleich am ersten Tag erkunden. Es geht hoch hinaus in die Berge… unwirklich schoene Landschaft wird vom Nebel umhuellt und verschlungen – eine einzigartige Stimmung.

Bevor nun die meistbewunderte aller Reisebegleitungen die Fotoauswahl zum Blogeintrag trifft, eine kurze Richtigstellung zum Huangshang-Eintrag. Natuerlich gibt’s in Niederoesterreich Berge, zumindest wo die Silvia wohnt, gibt’s in Restchina aber auch, und die Chinesen fahren trotzdem nach Huangshang. Ausserdem hab ich die Silvia selbst schon in den Tiroler Bergen gesehen, also sticht mein Argument. Natuerlich koennt man locker Heidi sein, so hoch wie man in N.oe. mitunterwohnt, aber ich bin mir nicht sicher ob Michi in dem Fall gern den Ziegenpeter spielt (darf er aber natuerlich :)



Unheimliche Begegnung der kulinarischen Art
July 25, 2009, 12:34 am
Filed under: China

Nachdem wir ja bis jetzt grundsaetzlich die gaengigen China-Klischees umschifft haben, musste es ja eines Tages passieren.
Das Setting: Likeng, ein kleines Dorf in der Naehe Wuyuans. Wir sind die einzigen 2 Nicht-Chinesen weit und breit versuchen sich etwas zu essen organisieren und werden von einer netten Dorfbewohnerin aufgelesen. Nach einigen erfolglosen Versuchen mit Hilfe vom Kauderwelsch-Sprachfuehrer irgendwas auf der Karte zu entziffern greift Frau Nemec als Ultima Ratio zur Pantomime – Ergebnis: Huhn… wir warten. Ergebnis dann in den Fotos nachzusehen, ein Spass. Ich werd jetzt Tofu-Fan!

Abends entwickelt Likeng einen gewissen Charme und loescht die Erinnerung an einen eher unspektakulaeren Tag aus (ausser dem Huhn natuerlich) – die meisten Tourisen sind verschwunden und wir uebernachten bei einem eingefleischten Dorfbewohner, der ein nettes, altes Teehaus besitzt. Voller Erwartung stehen wir am naechsten Tag auf, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Ehrlich gesagt haben wir uns gedacht, dass dieses Ereignis in China sicher einen Hype ausloesen wird – nichts da, zumindest in Likeng nicht. Unser Gastgeber und seine Frau sitzen ungeruehrt im Wohnzimmer und geben sich relativ unberuehrt. Wir koennen sie einmal kurz ueberreden durch das dunkle Glas zu schauen, aber das wars auch schon wieder. Die Stimmung waehrend der Finsternis ist unbeschreibbar – leider waren wir nicht ganz im Kernschatten, aber es war trotzdem eine Erfahrung, die wir so schnell nicht vergessen werden!



Neulich am Patscherkofel
July 20, 2009, 4:16 pm
Filed under: China

Die Tiroler Landesregierung hat ca. 40km Stufen ins Gestein klopfen lassen, eine zweite Bergbahn gebaut und karrt taeglich aus den umliegenden Doerfern wie Innsbruck, Hall und Jenbach Heerscharen von niederoesterreichischen und burgenlaendischen Touris auf den Berg. Ein paar Quoten-Schweizer sind auch dabei. Oben gibt’s dann eine Handvoll Hotels, ein paar Verkaufsstaende, tausende Leute, dutzende Tiroler Reisefuehrer die in Mikros schreien und keine gescheide Beschilderung. Die Landschaft ist natuerlich schoen, wenn man wie die Niederoesterreicher und Burgenlaender noch nie einen Berg gesehen hat, die Schweizer finden’s dann eh ganz ok, haben aber zu Hause auch Berge und wundern sich ueber den ganzen Aufstand der da gemacht wird. Guenter Platter freut sich trotzdem einen Haxen ab.

Geht nicht? Heute so in Huangshan erlebt, die oertlichen Gegebenheiten hier eben durch fernoestliches ersetzen und da simma auch schon!

Korea Re-Visited kann ich da nur sagen, von Vorne bis Hinten. Da fuehlt es sich doch glatt wie gestern an, als ich mit meinen Chingoos die Gipfel des Daedunsan Nationalparks in Korea bestieg. Ich kann mich ueber dieses asiatische Touristenphaenomen koestlich amuesieren und wuerde mir am liebsten auch so einen bescheuerten Hut zulegen und im Gaensemarsch mit dem Reisefuehrer lautstark von Gipfel zu Gipfel schreiten… nein, Scherz beseite, ich finde das schon auch ein bissl krank… andererseits gehoert es zur asiatischen Kultur dazu wie das supergeniale Essen, das wir bis jetzt verspeisen durften.

Man kann es dann aber trotzdem schaffen, den lautstarken Massen zu entfliehen, wenn man früh genug den Berg besteigt und spät genug erst wieder absteigt. So auch wir und noch eine handvoll weiterer Wanderer. Was mir am heutigen Tag vor allem in Erinnerung bleibt ist die wunderschoene Fahrt um 06:00 Uhr morgens nach Tangkou, dem Nationalpark Entry. Die bis oben hin mit sattem Gruen bedeckten Berge der Anhui Provinz waren in morgenlichen Sonnenschein getunkt, ich hab ein paar schoene Toene in meinen I-Pod geschmissen und schon war es da, das Gaensehaut-Feeling, das ich so liebe. Ich hoffe es kommt noch oft wieder in den nächsten Wochen. Bis dorthin liebe Grüße aus dem viel zu heißen China …



Tunxi
July 19, 2009, 9:38 am
Filed under: China

Zu allererst moechten wir uns vielmals, vielmals, vielmals bei unseren Gastgebern in Shanghai bedanken. Danke an Christoph, Brooke, Oma Moser und die kleine Sophie fuer die tolle Aufnahme und Einfuehrung in Leben/Speisen/Ausgehen in Shanghai! Xie xie!

Am Freitag haben wir dann auch erstmals was vom shanghainesischen Nachtleben mitbekommen – Christoph hat zu seiner “touristischen Selbstverwirklichung” (Zitat Christoph) gefunden und in einem Abend den Bogen von high-End Bar (sehr cool) zu Underground-Club (seeeeeehr cool) gespannt!

Danach war’s leider aber auch vorbei mit Shanghai (eine Wohltat von einer asiatischen Grossstadt) und nach ca. 5h Busfahrt sind wir dann in Huang-Shang Shi angekommen.

Eins vorweg: es ist heiss (also nicht so ein bisschen heiss sondern 38grad im Schatten heiss). Was macht man bei so einem Wetter? Chinas bekanntesten Berg besteigen – das ganze dann morgen, falls wir den Spass ueberleben. Kreislaufkollaps quasi vorprogrammiert – wie wir heute auf einer Tour durchs Unesco-Weltkulturerbe gemerkt haben.

Kurze Anmerkung zum Verkehrsbeitrag: Hupen kuendigt ausserdem jeden Ueberholvorgang an (Highlight heute: vom Tanklastwagen in dritter Spur bei starkem Gegenverkehr ueberholt worden – Mariazell, ich komme!)

Ich uebergebe dann an Katharina, weil ich schau’n geh, ob ich der Waschmaschine unsere Waesche wieder abringen kann, bzw. ob die Sachen jetzt eh nicht bei 80grad gewaschen wurden, oder ob sie doch geschleudert wurden… die Waschmaschine ist wie eine Schachtel Pralinen… Cheers, Stefan

So, ich moechte noch kurz zum bereits von Stefan erwaehnten Unesco-Weltkulturerbe Stellung nehmen: Zwei Doerfer wurden von uns erwandert, oder besser gesagt “erschwitzt”. Eine Horde Chinesen begleiteten uns dabei – die Korea-Flashbacks waren da nicht zu verhindern, besonders als das Papparazzi-Phaenomen wieder auftauchte und ich fuer einige Fotos mit Einheimischen posen musste. Xīdì und Hongcun sind die Namen dieser faszinierenden, kleinen, verwinkelten Doerfer – ueberzeugt euch selbst, hier sind die Fotos:



Fear & Loathing in Shanghai
July 16, 2009, 4:18 pm
Filed under: China

Stefans Blabla zu der ultimativen Tunnel-Experience:
Wenn man wie meine verehrte Mitreisende nach einem halben Jahr Korea schon sehr an asiatisches Geblinke und gröberen Unfug in der Gestaltung von Touristenattraktonen gewöhnt ist, könnte man unter Umständen an den “Touristentunnel” vom Bund nach Pudong gewöhnt sein, muss man aber offensichtlich nicht. Eine Kleinkabinenbahn führt in ca. 5-minütiger Fahrt unter dem Fluss durch das Innere der Erde, stilecht dargestellt durch Blinkelichter, Aufblasfiguren und Audioeffekte, die die letzte Godzilla-Produktion vor Neid erschauern lassen.
Contact High ein Schmarrn dagegen – wir können hier nicht halten, DAS ist Fledermausland!

Soviel zur historisch ereignisreichsten Tunnelfahrt der Welt.
Auf der anderen Seite angekommen entpuppten wir uns als professionelle Vollzeittouristen: Fotos von der Skyline, Fotos von der Skyline mit Katharina drauf, Fotos von der Skyline mit Stefan drauf… ganz tolles Bildmaterial ist dabei herausgekommen, wie ihr bei den Fotos bestaunen könnt.
Wir erklommen innerhalb von 45 Sekunden den Jin Mao Tower des Stadtteils Pudong und trafen oben auf die höchst-gelegene Postfiliale Chinas – die atemberaubende Aussicht auf das ca. 15 Millionen Menschen große Shanghai versank leider im Smog.

Anschließend beim Wählen der Fähre danebengeraten und schon gabs einen 45min Umweg bei 38°C, Staub und gefühlten 110% Luftfeuchtigkeit, im Anschluss Stadterkundung nächster Teil – Bewegungspensum erfüllt würde ich sagen.

Kurze Anmerkung zu allen möglichen Internetportalen des Westens: rien ne va plus, nix geht mehr, kein Facebook, kein Blog, kein gar nix. Bitte nicht böse sein, wenn wir nicht zurückschrieben/kommentieren. Aber ja schön weiterlesen ;)

Anmerkung des Herrn Strukely: Die werte Kollegin Neureuther wird dazu angehalten, in Zukunft nur noch konstruktive Beiträge zu posten. (P.S. von Katharina: Mach weiter so!

Wir bleiben noch bis Samstag in Shanghai, dann geht’s weiter Richtung Süden, nach Tunxi/Huang Shang/Yellow Mountain – raus aus der Großstadt, rein in die Nationalparks, ein bisschen Trekking hier und dort, die Sonnenfinsternis genießen, etc. Wir freuen uns drauf!



Wer bremst, verliert
July 15, 2009, 5:30 pm
Filed under: China

In China fallen ja fallweise neben Reissäcken auch Fahrräder um, was mitunter gravierende Auswirkungen auf das Tagesgeschehen zu Hause hat. Dem entsprechend dürfte heute kaum was passiert sein, vom Rad gefallen sind wir trotz Hitze und gewöhnungsbedürftiger Verkehrsregelauslegung nämlich nicht.
Von unseren Gastgebern mit zwei Fahrrädern und einem Stadtplan ausgestattet haben wir heute die Innenstadt unssicher gemacht und dabei vor allem den Kontrast zwischen modern und traditionell kennen gelernt. Also, vor dir ein belebter Markt (Frosch, Huhn, Aal… alle belebt – Karpfen, vermutlich beim Training für die 400m Lagen eher schon beim Rückenschwimmmen angelangt) und eine Häuserreihe dahinter gleich Bank – und Hotelhochhäuser mit über 40 Stockwerken.

Ein kurzer Glossar der chin. StVO noch zum Nachlesen:
Grün: Fahr!
Rot: Fahr langsamer (wobei rechts abbiegen bei roter Ampel grundsätzlich erlaubt ist)
Es ist Platz: Fahr, egal was passiert (sticht alle anderen StVO-Punkte)
Es ist kein Platz: Fahr schneller!
Hupen: Es freut mich, diese Straße mit dir gemeinsam benützen zu dürfen (eher meine Vermutung).

Nach 30 Minuten Übung schafft man das allerdings bereits, links abbiegen bei rot auf der Kreuzung problemlos gemeistert (über 4 Fahrspuren)!

Angelangt im Künstlerviertel Taikang Lu stürzten wir prompt ins alternative China: Protestbanner, superchilliges Café “Kommune”, im Hintergrund singt der gute alte Marley…
Von dort aus gings weiter in den Fuxing Park – ein Zufluchtsort für Pensionisten und Übungsplatz für werdende Bartender, Rückwärtsgeher, Pyjamaträger, Rumbatänzern (zu chinesischem Sound wohlgemerkt), Marx und Engels, “Dreh”bootfahrer… lediglich die therapeutischen Schreier sind uns leider nicht untergekommen.

Vielleicht noch ein Absatz zum wunderbaren Essen:
Sichuan Pfeffer hat gestern Stefans Zunge gelähmt, Bier wird lediglich zum Beruhigen der Geschmacksnerven eingesetzt und in einem Topf Suppe haben in China ca. 50 Zehen Knoblauch und 1/2 kg Chili Platz.

Xiè Xiè!




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